Historie der Burg Lichtenegg

Vorgeschichte

Scherbenfunde unterhalb der Burg aus der Zeit der schnurkeramischen Becherkultur zeigen auf, dass der Berg schon vor 5000 bis 5500 Jahren besiedelt gewesen sein muss. Eine keltische Besiedlung ist sehr wahrscheinlich. Doch wir wollen uns hier hauptsächlich mit der viel später errichteten Burg befassen.


Geschichtsforschung

Im Jahre 2001 erteilte der Förderverein Burgruine Lichtenegg e.V. dem berufsmäßigen Historiker Robert Giersch aus Zirndorf einen Geschichtsforschungsauftrag. Die inzwischen vorliegenden Forschungsergebnisse will unser Förderverein in Buchform auflegen und vertreiben. Dieser Geschichtsforschung des Herrn Giersch gingen die Arbeiten des Pfarrers Georg Hierl und des Lehrers Leonhard Bär voraus, die schon wesentliche Stationen der Burgeschichte Lichteneggs aufgezeigt hatten.

Einige Aussagen wurden jedoch durch die jüngere Forschung in Frage gestellt. Außerdem wurde von diesen Autoren nicht deutlich genug dargelegt, dass die mittelalterliche Burg Lichtenegg bereits im 15. Jahrhundert vollständig zu Grunde ging. Der 1562 errichtete Neubau des mit Lichtenegg belehnten Regierungsrates Sebastian Sedlmayer prägt das heutige Erscheinungsbild der Burgruine.


Alter der Burg

Trotz des frühen Niedergangs der Burganlage hat sich eine erstaunlich hohe Zahl unterschiedlichster historischer Nachrichten erhalten. Dies steht in einem engen Zusammenhang mit den sehr wechselhaften Besitz- und Herrschaftsverhältnissen, vor allem zur Zeit der zahlreichen Landesteilungen und Bruderkriege des Hauses Wittelsbach.

Gleichwohl bleibt der Ursprung der Burg im Dunklen der Geschichte verborgen.
Dies ist kein außergewöhnliches Phänomen: Auf Grund der sehr schlechten Quellenlage für die Zeit vor 1300 bleibt die Erbauung der meisten bayerischen Burgen unbekannt.

Die bislang erste urkundliche Erwähnung der Burg Lichtenegg fand Herr Giersch im so genannten Nürnberger Reichssalbüchlein (Güter- und Einkunftsverzeichnis) aus der Zeit um 1300. Demnach gehörte die Burg als ehemaliges Reichsgut zur Reichsvogtei Nürnberg. Schon zu dieser Zeit wird der Truchsess von Sulzbach als Leheninhaber genannt.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann angenommen werden das die Veste im Zusammenhang mit dem Ausbau der staufischen Pfalzen entstand und älter sein muss. Über die Zeit vor 1300 gibt es nur Vermutungen, die ins 12. Jahrhundert zurück reichen. Eine von Herrn Werner Sörgel am Burgberg gefundene Silbermünze mit dem Bruno-Monogramm ließ vornehmlich der Würzburger Bischof Otto von Lobdeburg prägen. Das war in den Jahren 1207 bis 1223. Dieser Fund ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Burg Lichtenegg viel älter ist.


Weitere Stationen der Burggeschichte in Kurzform


Das Dorf Lichtenegg

In den 20igern Jahren des 17. Jahrhunderts erbaute  Johann Philipp Jakob von Preysing unterhalb der Burg Lichtenegg im heutigen Dorf ein Herrenhaus und fünf Häuschen für seine Untertanen. Deshalb kann er auch als der Gründer des Ortes Lichtenegg betrachtet werden. 1715 verkaufte der letzte von Preysing auf Lichtenegg Johann Georg Lichtenegg an den Landesfürsten in Sulzbach, Herzog Theodor. 1730 erwarb Freiherr Johann Friedrich von Wurmrauscher Lichtenegg. Ab 1755 übernahm der Fürst von Sulzbach Lichtenegg. Regiert wurde Lichtenegg von nun an durch die landesfürstlichen Beamten in Sulzbach und Amberg (später Regensburg). Die herrschaftlichen Gebäude im Dorfe, den so genannten Schlosshof mit Herrenhaus erwarben die Bauern Scharrer und Mörtel.
Der Burgberg mit der Ruine ging in das Eigentum der Ortsgemeinde und später in den Besitz der Gemeinde Birgland über.


Hans Seitz, im März 2002