Lichtenegg und die Preysings

Die Burg Lichtenegg hatte im Lauf der Zeit viele Besitzer. Die Preysings sind deshalb mit Lichtenegg sehr eng verbunden, weil sie diesen Besitz am längsten inne hatten, während andere Lehensträger Lichtenegg oft nur wenige Jahre besaßen.

Hans Sigmund Freiherr von Preysing aus Altenpreysing - später Kronwinkl genannt - stammend musste 1570 die Heimat wegen seines evangelischen Glaubens verlassen. Er zog zunächst nach Österreich und dann in die Oberpfalz. Er war im Dienste des Herzogs von Sulzbach als Pfleger zu Uttendorff und Holnstein in der Pfalz tätig.

1580 erwarb dieser Freiherr Hans Simund von Preysing das Rittergut Haunritz mit dem dortigem Schloß und die dazu gehörenden Besitzungen in Högen, sowie das Burglehen Lichtenegg.
Damit war die Burg Lichtenegg in Besitz eines Geschlechts gekommen das zum altbayerischen Uradel gehört und dessen Nachfahren noch heute Lichtenegg in ihrem Namen führen.
 

Die Burg Lichtenegg befand sich in dieser Zeit schon in einem schlechten Zustand und war nicht mehr bewohnbar. Zwar wollte der Herzog von Sulzbach, dass die Preysings die Burg wieder aufbauen, diese zogen es aber vor im Schloß in Haunritz zu wohnen.
 

In Lichtenegg wohnten die Preysings ab 1626 in einem herrschaftlichen Wohngebäude unterhalb der Burg. Johann Phillip Jakob von Preysing, ein Enkel von Hans Sigmund von Preysing, hat wahrscheinlich den 1550 erbauten Gutshof zum Herrenhaus umgebaut.
Er kann auch als Gründer des heutigen Dorfes Lichtenegg bezeichnet werden, denn er erstellte neben dem Gutshof fünf Häuschen für seine Untertanen.

1715 verkaufte der letzte Lichtenegger Preysing, Johann Georg, seinen Besitz an den Landesherrn, an Pfalzgraf Christian August von Pfalz-Sulzbach.
Die Familie von Johann Georg von Preysing ist ausgestorben. Der Stamm der Preysings wurde fortgesetzt von Johann Sigmund Paul, einem Bruder Johann Georgs, welcher 1668 zu Lichtenegg geboren, evangelisch getauft, aber später katholisch wurde.
 

Vom Beginn des 18. Jahrhunderts an gliederte sich die Gesamtfamilie der Preysings nur mehr in drei große Stämme die sich nach ihren Hauptsitzen Lichtenegg, Moos und Hohenaschau benannten. Die Mooser Linie erlosch 1836. Die Linie Hohenaschau 1853.
Durch die Adoption von Johann Max aus der Lichtenegger Linie wurde der Fortbestand der Familie auf dem Stammsitz Kronwinkl gesichert. Johann Max wurde zum Stammvater der Linie Preysing-Lichtenegg-Moos. Der Linie Lichtenegg gehören alle heute lebenden Preysing an.
 

Um 1911 wollte Graf Max von Preysing auf Schlachtegg die Burgruine Lichtenegg kaufen. Das scheiterte an unverhältnismäßig hohen Forderungen. Auch das K. Generalkonservatorium der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns in München war gegen einen Verkauf und schrieb am 9. Mai 1913 an das K. Bezirksamt Sulzbach: „Eine Veräußerung der Burgruine Lichtenegg aus gemeindlichen Besitz in Privatbesitz können wir nicht zustimmen. Die Burgruine Lichtenegg ist inventarisiert und gewürdigt (mit Abbildungen) in den Kunstdenkmälern, Heft XIX, Bezirksamt Sulzbach, S 51. Bei dem allseitigen Interesse, das heute die Denkmalpflege genießt, kann die Abgabe eines interessanten Baudenkmals, das künstlerische, kunstgeschichtliche und lokalgeschichtliche Bedeutung, wie im vorliegenden Falle - Lichtenegg besitzt, aus dem öffentlichen Besitz in das Eigentum eines Privaten nicht befürwortet werden".
 

Im Rahmen der Sanierungsarbeiten auf der Burgruine Lichtenegg und der damit verbundenen Geschichtsforschung hat Hans Seitz im Jahre 2000 Kontakt zu Christof Graf Preysing auf Schloss Kronwinkl aufgenommen. Auf Einladung von Graf Preysing war eine Abordnung des Fördervereins, darunter Pfarrerin Heidi Kurz, Bürgermeister Steinmetz und MdL Armin Nentwig im Juli 2001 zu Besuch auf Schloss Kronwinkl.
Im Oktober 2002 kam Christoph Graf Preysing begleitet von seiner Gattin Gräfin Lidwina zu einem Besuch nach Lichtenegg.
 

Hans Seitz
November 2007