Schloß Haunritz im romantischen Högenbachtal

In neuem Glanz präsentiert sich Schloß Haunritz im romantischen Högenbachtal. Der turmartige dreigeschossige Bau in der Mitte der in Hufeisenform errichteten Anlage, an deren östlichen Trakt ein Rundturm angebaut ist wurde in den letzten Jahren sehr sorgfältig restauriert und saniert und dient jetzt als Wohnhaus. Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts stand an der gleichen Stelle ein Schloß, das den Edlen von Haunrad gehörte. 1350 war Konrad der Haunrader Lehensmann der Herren von Reicheneck. Bereits damals muß hier ein Hammerwerk bestanden haben, denn 1387 wird Jobst Tetzel, ein Nürnberger Bürger, als Hammermeister genannt. Im 15. Jahrhundert gehörte das Schloß einem Herrn von Lichtenstein, dann folgten als Besitzer die Herren von Sauerzapf, die Herren von Pfinzing und die Herren von Leoprechting (Leuprecht). 1580 verkaufte es Hans von Furtenbach zu Reichenschwand an Hans Sigmund von Preysing, schließlich kam es 1635 durch Heirat an Alexander von Salleth und dann in den Besitz des Christian Knorr von Rosenroth, der vorher auch das benachbarte Högen erworben hatte. Nach dessen Tod ging Haunritz an die Familie Volkhammer von Kirchensittenbach über, von 1770 an war Johann Kaspar von Schönberger Schloßherr, der, um seine Einkünfte zu erhöhen, eine Spiegelglasfabrik und eine Tabaksdosendreherei erbauen ließ. 1812 kam Harnritz in bürgerliche Hände. Jahrzehnte diente das Schloß als Bierbraustätte und Wirtshaus.

Hammerschlösser

Die Hammerschlösser „sind ein Sondertyp kleiner Landschlösser, der in seinem Vorkommen fast ausschließlich auf die Oberpfalz und das kleine, nach Westen bis etwa in den Raum Nürnberg anschließende Gebiet Mittelfrankens beschränkt ist. Bei den Hammerschlössern handelt es sich um die ursprünglich wohl „festen Häuser", die die Besitzer der Schienhämmer bei ihren Betrieben errichten ließen. Besitzer von solchen Hammerwerken konnte anfangs nur sein, wer sich in der 1387 geschlossenen, sogenannten „Großen Hammereinung", einem frühen Kartell der europäischen Montangeschichte, befand. Diese Einung wurde in Fünf- beziehungsweise Zehnjahres-Abständen immer wieder verlängert und galt bis 1626. Strittig war häufig die Rechtsnatur dieser Hammergüter, da viele Hammerherren vor allem im 16. Jahrhundert die Landsassenfreiheit für ihre Güter beanspruchten, in deren Folge wirtschaftlich bedeutende Hammergüter zu Hofmarken aufstiegen. Ihren äußeren Ausdruck fand diese Entwicklung möglicherweise auch in der Errichtung von Schlössern auf den Hammergütern.

Quelle: Auf den Spuren von Rittern und Edelleuten
im Landkreis Amberg-Sulzbach
Buch&Kunstverlag Oberpfalz