Brüchiges Gemäuer im Fackelschein
Mittelalter- und Brauchtumsgruppen machten das "Highlight" der Gemeinde Birgland zum Erlebnis

LICHTENEGG(fm) - Zur Sonnwendfeier 2000 hatte sich Landrat Dr. Hans Wagner einen besonderen Besuchssort und Anlass ausgesucht: Die 1000-Jahr-Feier der Burgruine Lichtenegg, die in der nordwestlichen Ecke der Gemeinde Birgland über die Lande schaut. Vorangegangen waren die offizielle Eröffnung der Jubiläumstage und ein prächtiger Fackelzug. Ein kräftiger Hauch von Mittelalter herrschte seit dem Nachmittag am Burgberg nach dem Eintreffen der historischen Gruppen des "Stiber-Fähnleins" aus Sulzbach-Rosenberg, der "Kurfürstlichen Wache" und des "Vereins für erlebte Geschichte" aus Amberg sowie "Carpe Diem" aus Schönwald in Oberfranken. Auch der Heimatverein Birgland hatte sich eingefunden. Die Blaskapelle unter Hans Luber verkürzte das Warten bis zum Aufzug der mittelalterlich gewandeten Gruppen, die mit Dudelsack voraus den Burgberg bestiegen.

"Haus- und Burgherr", Bürgermeister Herbert Steinmetz, in schmucker Birglandtracht hieß die Ehrengäste und Besucher willkommen. Die Erhaltung der vom Einsturz bedrohten Burgruine war nach dem Anstoß und stetigen Bohren des Fördervereins zu einem gemeinsamen Anliegen von Gemeinde, Landkreis und Denkmalbehörde geworden eingebunden das Amt für Ländliche Entwicklung. Der Durchbruch war geschafft nach dem Treffen aller Behörden im September 1999 in luftiger Höhe mit der Zusage, die Kräfte für die Sanierung zu bündeln. Dabei machte der Landrat den Vorschlag, Terrassen in den Berg zu graben. Zum Dank wird die oberste Abstufung des Geländes Dr.-Hans-Wagner-Terrasse genannt, die zweite Terrasse der Gattin Irene des Ideengebers gewidmet. Die Historie reicht über ein Jahrtausend zurück. Dank gebührt den Behörden und der Bevölkerung für die Unterstützung sowie den örtlichen Vereinen für die Ausrichtung des Festes, den Heimatverein Birgland nicht zu vergessen, der ohne Salär tatkräftig mitwirkt. Besonders zu erwähnen sei der Verursacher der Sanierung und des heutigen Fests, der Vorsitzende des Fördervereins, Hans Seitz. Sein unermüdlicher Einsatz seit über zwei Jahren und verstärkt seit einem Jahr wurde mit der Birgland-Uhr honoriert. Schirmherr Landrat Dr. Hans Wagner bezeichnete diese Tage als "Highlight" für Gemeinde und Burg. Der Anstoß zur Sanierung bescherte die nicht leichte Aufgabe, alle Behörden unter einen Hut zu bringen und zu überzeugen. Jetzt sei die Erhaltung der Ruine zu einer Aufgabe für alle geworden. Zur Erinnerung an die Feier überreichte er dem Bürgermeister einen Zinnteller. Präsident Peter Czommer lobte die gute Zusammenarbeit aller Stellen und der Bevölkerung. Das Amt für Ländliche Entwicklung war gerne bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten mitzuhelfen; die Ergebnisse könne man heute schon sehen. Die Besucher wurden von der Blasmusik und der Tanzgruppe unter Manfred Grädler unterhalten, dazu steuerte Siegfried Binder heitere Geschichten aus dem Birgland bei.

Auch die historischen Gruppen boten allerlei Kurzweil mit ihren mittelalterlichen Ausrüstungen und Gerätschaften. bei einsetzender Dämmerung schlängelte sich ein langer Fackelzug, an dem alle Kinder und Gruppen teilnahmen, den Burgberg hinauf zur Feuerstelle unterhab des Aussichtsfelsens. Wie immer faszinierte das hellauf lodernde Sonnwendfeuer die dicht gedrängten Zuschauer. Die Feuerreede von Landrat Dr. Wagner ging auf die für den Menschen notwendigen Naturkräfte Feuer und Wasser ein. Im übertragenen Sinn sollen auch im Landkreisleben diese guten Kräfte so wirken, dass eine beständige Entwicklung erhalten bleibt, dazu sei jeder aufgerufen.