Burganlage

Die ursprüngliche Burganlage ging bereits im 15. Jahrhundert völlig unter. Die heute sichtbaren Reste sind auf einen Neubau aus dem Jahre 1562 zurückzuführen, den der damals mit Lichtenegg belehnte Regierungsrat Sebastian Sedlmayer errichtete.
Aus einer Abbildung der Burg Lichtenegg von 1603 (Bayerisches Staatsarchiv) und aus den verbliebenen sichtbaren Ruinenresten kann man feststellen, dass ein großer Palas (Hauptwohngebäude) mit 3 Etagen und einer Dachfirstrichtung von Südwest nach Nordost existierte. Die noch vorhandenen, inzwischen renovierten, hohen Mauern sind Bestandteile seiner Fassaden. Ein Teil der Innenmauern bestand aus behauenen und baulich integrierten Naturfelsen. Der Eingang zum Palas an der Giebelseite ist noch heute vorhanden. Der Vorraum könnte als Stallung gedient haben.

Oberhalb, auf dem Podest westlich vom Berggipfel, stand der Bergfried in Form eines rechteckigen Turmes. Dieser hatte nach der erwähnten Abbildung von 1603 ungefähr die Höhe des Palas. Die Burg selbst war von der Südwestseite bis hin zur Nordwestseite mit einem schützenden gemauerten Burgfried umgeben, von dem noch drei größere Reste stehen. Die Nord- und die Ostseite der Burg hatten durch die steil abfallende Felsen einen natürlichen Schutz. Der freigelegte Burgeingang befand sich an der Nordseite neben dem mächtig aufragenden Rest des Burgfrieds. Im Palas selbst, gleich links hinter dessen Eingangstor, wurde eine grob aus dem Naturfels heraus gemeißelte Steintreppe freigelegt.

Zwei vorgelagerte Erdwälle aus aufgeschichteten Lesesteinen umziehen die eigentliche Burganlage. Wann sie entstanden sind und ob sie zur mittelalterlichen Burg gehörten, ist allerdings nicht ganz geklärt: Sie könnten auch Teil einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage sein.

Der Zugang zur Burg erfolgte durch eine einfache, leicht erhöhte Öffnung in der gerundeten Ringmauer, die aus kleinen, unregelmäßigen Kalkbruchsteinen gebaut direkt auf dem Felssockel aufsitzt. Geschützt wurde der Aufgang von einem links gelegenen Rundturm, dessen Fundamente noch zu sehen sind. Der Weg zur Kernburg führt nach rechts an der Ringmauer entlang durch einen schmalen Gang zum Wohnbau, der das Äußere der Ruine heute bestimmt. Das hohe Gebäude lehnt sich eng an das zentrale Felsmassiv an. Die Mauer mit Lichtscharten und Resten von größeren Fenstern im ruinierten Obergeschoss umschließt ein langgezogenens, schmales Areal, das nicht sehr wohnlich gestaltet gewesen sein kann. In den Fels gehauen findet sich eine Treppe, die auf das höher liegende, heute unbebaute Felsplateau führte. Von der älteren Kernburg auf der felsigen Spitze des Berges ist nicht mehr viel zu sehen. Nur im Nordwesten wurden spärliche Reste eines Bergfriedes aus Bruchsteinmauerwerk gefunden.