Burgruine Lichtenegg
 
Die vor mehr als 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnte, vermutlich aber noch viel ältere Burgruine Lichtenegg, liegt in der Gemeinde Birgland, Ortsteil Lichtenegg. Die Gemeinde Birgland wiederum gehört zum Landkreis Amberg-Sulzbach des Regierungsbezirks Oberpfalz in Bayern und ist Eigentümerin der Burgruine.

Die noch immer stattliche Burgruine verfiel in letzter Zeit rapide. Ende 1998 gründeten auf Iniative von Hans Seitz aus Lichtenegg engagierte Bürger den Förderverein Burgruine Lichtenegg e.V.. Er hat sich unter anderem der Aufgabe verpflichtet, den Verfall zu stoppen und die Burgruine der Nachwelt zu erhalten. Aufgrund der Aktivitäten des Vereins konnten die Sanierungsarbeiten schon im Jahre 2000 begonnen und bis heute fortgesetzt werden.

Kurzinfo
Lichtenegg ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Birgland, die Eigentümerin der Burgruine ist. Der 585 m hohe Lichtenegger Burgberg, zugleich dominanter Aussichtspunkt, ist Bestandteil des mehr als 700 km langen Jura-Mittelgebirges, das vom Rhonetal in Ostfrankreich bis vor das Fichtelgebirge reicht. Die Burg stammt vermutlich aus dem frühen 13. Jahrhundert. Die heute sichtbaren Reste sind auf einen Neubau aus dem Jahre 1562 zurückzuführen, den der damals mit Lichtenegg belehnte Regierungsrat Sebastian Sedlmayer errichtete. Aus historischen Abbildungen und aus Ruinenresten kann man feststellen, dass ein Palas (Hauptwohngebäude) mit 3 Etagen und einer Dachfirstrichtung von Südwest nach Nordost existierte. Die noch vorhandenen, inzwischen renovierten, hohen Mauern sind Bestandteile seiner Außenfassaden. Nordwestlich davon stand der Bergfried (im Zuge des 4. BA, 2008, teilrekonstruiert) mit quadratischem Grundriss. Seine Höhe erreichte nach einer Zeichnung aus dem Jahre 1603 ungefähr die Firsthöhe des Palas.

Prähistorie des Burgbergs
Jungsteinzeitliche Scherbenfunde unterhalb der Burganlage aus der Zeit der „Schnurkeramischen Becherkultur" ungefähr 3200 bis 3000 v. Chr. beweisen, dass der Berg schon vor 5000 bis 5200 Jahren besiedelt war. Auch ein Steinwall deutet auf eine der seltenen endneolithischen Höhensiedlungen hin.

Alter und Historie der Burg Lichtenegg
Wegen teilweise widersprüchlicher älterer Geschichtsforschungen erteilte der Förderverein Burgruine Lichtenegg e. V. im Jahre 2001 dem Berufshistoriker Robert Giersch aus Zirndorf bei Nürnberg einen Geschichtsforschungsauftrag. Demnach ist der Ursprung der Burg nicht genau zu datieren und liegt nach Robert Giersch „im Dunkel der Geschichte verborgen". Da die meisten Burgen in Bayern um das Jahr 1200 entstanden sind, vermutet der Historiker, dass Lichtenegg ebenfalls im frühen 13. Jahrhundert erbaut wurde. Scherbenfunde und eine Münze bestätigen diese Meinung. Man kann annehmen, dass die Errichtung der Burg mit dem Ausbau der kaiserlichen (staufischen) Pfalzen, die mit Burgketten an Straßen und Burgkränzen verbunden bzw. umgeben wurden, im Zusammenhang steht. In einem Nürnberger "Reichssalbüchlein" aus der Zeit um 1300 findet sich die früheste urkundliche Erwähnung, der zufolge das Lehen zunächst in Reichsbesitz war und dann in das Eigentum der Bayernherzöge überging. Zahlreiche wechselnde Besitzverhältnisse kennzeichnen die Geschichte des kleinen Herrschaftssitzes. Die Zerstörung zwischen 1424 und 1430 erfolgte vermutlich im Zusammenhang mit den Hussitenkriegen. Unter dem Lehensinhaber Hans Sedlmayer wurde sie 1562 wieder aufgebaut. Im Zeitraum 1574/75 - genau konnte das der Geschichtsforscher nicht ausfindig machen - fiel sie dann einem Brand zum Opfer und wurde nur noch notdürftig repariert. Von da an verfiel die Burg nach und nach zur Ruine.

Geschichte des Dorfes Lichtenegg
1626 baute Johann (Hans) Philipp Jakob von Preysing unterhalb der Burg im heutigen Dorf ein Herrenhaus und zusätzlich fünf Häuschen für seine Untertanen. Er wird als der Gründer des Ortes Lichtenegg angesehen. Die herrschaftlichen Gebäude im Dorf, also den Schlosshof mit dem dazugehörigen Herrenhaus, erwarben die Bauern Scharrer und Mörtel in den Jahren 1715 bzw. 1733. Von nun an wurde Lichtenegg von den landesfürstlichen Beamten in Sulzbach und Amberg (und später in Regensburg) regiert. Lichtenegg und die Burgruine gehörten zur Ortsgemeinde Fürnried. Die Gemeinde Fürnried ging in der Gebietsreform 1972 in der heutigen Gemeinde Birgland auf. Seitdem gehört Lichtenegg als nördlichster Ortsteil zur Gemeinde Birgland.

Veränderungen am Burgberg
Mit behördlicher Genehmigung wurde der vor noch wenigen Jahren völlig zugewachsene Burgberg so ausgelichtet, dass inzwischen wieder das frühere Erscheinungsbild einer für den Jura typischen Wacholderheide entstehen konnte. Seit Jahrhunderten und noch bis in die siebziger Jahre hinein sorgte das Weidevieh für eine typische Juralandschaft mit vereinzelten Bäumen, Wacholdersträuchern, Silberdisteln, Trockenrasen und seltenen Blumen. Mitglieder des Fördervereins sorgen dafür, dass sich keine erneuten Monokulturen bilden können und dass der Berg sauber und durch sichere Aufstiegswege begehbar bleibt.

  Neues auf unseren Seiten
Die Herren von Preysing

Lichtenegg hat viele Geschlechter kommen und wieder im Staub der Geschichte vergehen sehen. Die Grafen von Preysing-Lichtenegg- Moos jedoch tragen noch heute den Namen der Burg in ihrem Titel und pflegen von ihrem Stammsitz Schloss Kronwinkel bei Landshut aus eine enge Verbindung zur Stätte ihrer Vorfahren.
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Glanz für uralte Mauern

Förderverein erhält die Burgruine Lichtenegg

2767 Arbeitsstunden wurden bislang allein im Jahr 2008 investiert, insgesamt stecken 228000 Euro im Ergebnis unzähliger Stunden ehren-amtlicher Tätigkeit. Der Förderverein Burgruine Lichtenegg hat es sich vor zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Prachtstück im kleinen Dorf Lichtenegg im Birgland zu erhalten, seither wird die Ruine immer schöner.
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Meinungsmacher
Gästebuch

Leser bekunden Ihre Meinung

Gerne würden wir Ihre Meinung zu Lichtenegg, der Burgruine sowie zum Förderverein und dessen Aktivitäten erfahren. So können wir uns auf die Besucher einstellen und deren Wünsche zukünftig berücksichtigen. 
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Fortschritte des 4. Bauabschnitts
Hier können sie sich über die Fortschritte des aktuell laufenden vierten Bauabschnitts durch Text- und Bildmaterial informieren. mehr dazu...


Aufgang zum Burggipfel

Die neue Treppenanlage zum Aussichtsplateau der Burgruine ist eingebaut. Wieder konnte durch den Förderverein Burgruine Lichtenegg ein wichtiger Meilenstein im Zuge des aktuell laufenden 4. Bauabschnitttes erreicht werden. Der durch den Palas und über die freigelegte historische Steintreppe führende Aufgang zum Gipfel ist nun bequem bis zum Burgplateau zu begehen. Die Treppe mit Podest und Geländer zur Verbesserung der Aufstiegswege finanzierte der Förderverein aus Mitgliederspenden und Eigenmitteln.
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Spender greifen in die Tasche

Einige der erfreulichsten Aspekte in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Burgruine Lichtenegg lieferte der Kassenbericht. Der Vorsitzende Richard Pilhöfer würdigte in seinem Bericht die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern des Landratsamts Amberg-Sulzbach, der Gemeinde Birgland und der Tourismusverbände. Für die vielen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden an der Burgruine dankte Pilhöfer den Mitgliedern und Helfern.
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Pauli auf Lichtenegg

Am Samstag, 21. Juli, eroberten rund 150 Biker die Burgruine Lichtenegg zu einem fränkisch-oberpfälzischen Motorradtreffen. Mittendrin hatte sich die als "schöne Landrätin" bekannt gewordene Fürther Landrätin Gabriele Pauli mit ihrer schweren Maschine getummelt.
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